Der Münchner Illustratoren Stammtisch

Foto: Jürgen V. blankenhagen – Illustratoren München

Einer meiner Vorsätze von 2026 war:
Mehr rausgehen!

Ich nehme mir schon seit über einem Jahr vor, zum Stammtisch der Illustratoren München zu gehen. Und nie hat es gepasst. Das habe ich gleich mal in Angriff genommen und ging ohne lang rumzufackeln am 5.1. in die Klenze 17. Ich kam eine Stunde zu spät, weil ich unbedingt noch vorher zum Asia-Laden musste. Mit massig Udon-Nudeln im Gepäck stieg ich in die U-Bahn ein und fuhr zum Marienplatz und eierte über den Viktualienmarkt in Richtung Gärtnerplatz. Eine Straße vor dem Gärtnerplatz bog ich links und noch mal links ab und sah schon aus der Ferne das Gastro-Schild »Klenze« mit der Siebzehn in Strichen abgebildet. Etwas aufgeregt steuerte ich den Eingang an und öffnete mit Schwung die Tür in die warme Stube. Weil ich den Illustratoren München auf Instagram folge, wusste ich anhand der Fotos, in welchem Raum der Stammtisch immer stattfindet. Ich ging mit einer Sicherheit, als wäre ich schon öfters hier gewesen, einfach schnurstracks in die hinteren Räume und fand meine Leute: die Illustrator*innen.

Gleich bemerkte mich Dodo, langjährige Kollegin und Mitorganisatorin des Stammtisches, die mich euphorisch anstrahlte und schrie: »Nonti!« Ach, was für eine herzliche Begrüßung. Ich kenne Dodo, Dorothea Blankenhagen, schon seit einiger Zeit. Ich glaube, 2017 oder 2018 war ich zu Besuch in Berlin und Dodo meldete sich über Instagram und schlug ein spontanes Treffen vor. Wir trafen uns zum Aktzeichnen auf einem Hausboot – was für eine coole Location ist das denn – und lernten uns kennen. Zur Coronazeit zogen Dodo und ihr Mann Jürgen, der auch Illustrator ist, von Berlin nach München. Meine Kollegin Veronika Gruhl, die zu dieser Zeit, den Stammtisch leitete, hatte neue Leute gesucht, die den Stammtisch übernehmen wollten. Dodo und Jürgen, waren die einzigen, die sich meldeten. Seitdem führen sie den Stammtisch zu zweit, der reichlich besucht wird, mit einer Stamm-Location, Klenze 17.

Zurück in der Gegenwart betrat ich den Raum, der mit mehreren Tischen ausgestattet war, und setzte mich an den Tisch, wo noch Platz war. Der Mann, der links neben mir, mit weißem stoppeligem Haar und wild gestikulierenden Händen, führte das Gespräch und erzählte etwas über kreative Räume im Schwere Reiter. Um das Gespräch nicht zu unterbrechen, nickte ich den Beteiligten stumm zu und bestellte mir Pommes und ein Radler. Ich saß etwas eingeschüchtert am Tisch, weil niemand wissen wollte, wer ich bin. »Los, Nonti, stell dich vor!«, dachte ich und sprach die junge Frau rechts von mir an. »Hi, ich bin die Nonti!« Ich erzählte, dass ich vor einem Jahr von Augsburg nach München gezogen bin, und sofort haben Ricarda und ich ein verbindendes Element gefunden: Augsburg. Das erste Stammtisch-Eis war somit gebrochen und ich folgte im Laufe des Abends unterschiedlichen Gesprächen und leistete hier und da mal meinen Beitrag. Ich wollte eigentlich nur mal kurz vorbeischauen, und letztendlich bin ich bis um 22 Uhr geblieben und musste – bereits in Daunenjacke und Mütze ready für den Heimweg – mich von den interessanten Gesprächen losreißen.

Auf dem Heimweg dachte ich darüber nach, wie schön das war. Warum habe ich das nicht schon viel früher gemacht? Der Austausch mit Gleichgesinnten und Kolleg*innen verbindet und inspiriert. Zu hören, wie auch andere manchmal mit diesem ach so tollen kreativen Beruf struggeln oder Illustration »nur« als Nebenjob umsetzen können, beruhigt und ermutigt.

So kann man doch ins Jahr 2026 starten.



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